Tresen am 2. 10.

https://www.facebook.com/events/910080505749396/

Da es vor den Spätis wieder kalt wird und wir euch vom unbewaffneten Besuch des Oktoberfests auf dem Alexanderplatz ebenfalls vehement abraten, veranstalten wir am Freitag mal wieder den Tresen gegen Unerträglichkeiten. Wie üblich in der Friedelstraße 54 in 12047 Berlin. Und ja, der dritte Oktober (irgendwas mit Deutschland) fällt dieses Jahr – sehr zum Missfallen der werktags Lohnarbeitenden (unser aller Mitleid ist euch sicher) dieses Landes – auf einen Samstag, diesbezügliche Ausreden werden also nicht akzeptiert. Wie immer mit leckerem Essen, Long- und Softdrinks und gekühlten Bierspezialitäten in angenehmer Atmosphäre.

Die Einnahmen gegen an eine Initiative, die sich bemüht, die notwendigsten Unterrichtsmaterialien für ein Bildungsprojekt in Syrisch-Kurdistan zur Verfügung zu stellen. Sinnvoll. Also kommt vorbei, lasst euer Geld hier und habt einen schönen Abend.

Kein Al-Quds-Marsch in Berlin!

Gegen den antisemitischen Al-Quds-Marsch in Berlin!
ضد مسيرة يوم القدس المعادية لليهود في برلين

Am Samstag finden mehrere Veranstaltungen gegen den Al-Quds-Marsch in Berlin statt:

Demonstration: Kein Al Quds-Marsch 2015! Gemeinsam gegen den größten antisemitischen Aufmarsch Deutschlands!
Treffpunkt: 11.00 Uhr, Breitscheidplatz
Kundgebung 13 : 30 Uhr Wittenbergplatz.
Abschlusskundgebung: 15 : 00 Uhr Breitscheidplatz (Ende offen)

Die Ursprünge des Al-Quds-Tages liegen in der Islamischen Republik Iran. Von Ruhollah Chomeini, dem Revolutionsführer höchstpersönlich erstmals 1979 ausgerufen, ist er als offizieller Feiertag am letzten Freitag des Ramadan seitdem jährlich Anlass für staatlich organisierte Großdemonstrationen, auf denen das iranische Regime die Eroberung Jerusalems (arab. Al Quds) fordert und seinen Vernichtungsfantasien gegenüber Israel und den USA Ausdruck verleiht.
Unter dümmlichen Parolen wie „Zionismus ist antisemitisch“ rottet sich zu dieser Gelegenheit ein ebenso bunter wie explosiver Mob aus Islamisten, „moderaten“ Muslimen, Neonazis, Verschwörungstheoretikern und linken Israelhassern zusammen, um mitten in Berlin gegen die Existenz des jüdischen Staates anzuschreien. Das Ergebnis ist die mit Abstand größte jährlich stattfindende, gewalttätige antisemitische Veranstaltung in Deutschland. Die Suche nach Gegenprotest indes ist überaus ernüchternd: Kaum eine Handvoll Gegendemonstranten, größtenteils aus dem Umfeld jüdischer Organisationen, hält es für notwendig, sich dem antisemitischen Mob entgegenzustellen.
Neben der Hetze gegen Israel dient die Al-Quds-Demonstration auch als Plattform für zahlreiche Apologeten der libanesisch-schiitischen Hisbollah, des syrischen Assad-Regimes und der Islamischen Republik Iran. Die „Achse des Widerstands“, die neuerdings als legitimer Verbündeter im Kampf gegen den ebenso menschenfeindlichen „Islamischen Staat“ angesehen wird und deren Kitt der Hass auf Israel darstellt, findet sich also auf den Straßen Berlins in Form verschiedener Tarnorganisationen und Sympathisanten repräsentiert. Währenddessen ist der sog. friedliche Arm der Hisbollah in der EU weiterhin legal und sammelt fleißig Spenden, lässt Assad weiterhin Fassbomben auf die syrische Zivilbevölkerung werfen und werden unter dem Terrorregime in Teheran, zu dem die Bundesrepublik beste wirtschaftliche Beziehungen pflegt, weiterhin Gegner der Regimes verfolgt, Homosexuelle hingerichtet und Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelt.
Es darf nicht hingenommen werden, dass sich jährlich über tausend Menschen in Berlin versammeln um ihre Hasstiraden gegen Israel zu verbreiten und sich unter Fahnen der antisemitischen Hisbollah öffentlich mit den Schlächtern in Teheran und Damaskus solidarisieren.

Nein zu Antisemitismus, nein zur Hisbollah, nein zur Islamischen Republik Iran!
لا لمعاداة اليهود، لا لحزب الله، لا للجمهورية الإسلامية

Against the anti-Semitic Al-Quds-march in Berlin!
The origin of the “Al-Quds-Day” lies in the Islamic Republic of Iran. Firstly proclaimed by the revolution’s leader Ruhollah Chomeini himself in 1979, it has been a public holiday on the last Friday of Ramadan since then. On this occasion the Iranian Regime organises big demonstrations, calling for the conquest of Jerusalem (arab. Al Quds) and displaying its eliminatory phantasies towards Israel and the USA.
Amidst empty-headed slogans such as “Zionism is anti-Semitic” a both colourful and explosive mob consisting of Islamists, “moderate” Muslims, Neo-Nazis, conspiracy theorists and Israel-hating leftists is forming in the middle of Berlin to display their hate hatred against the Jewish state, annually resulting in the biggest violent anti-Semitic event in Germany. Meanwhile the search for counter-protest is disillusioning: Not more than a handful people, mostly from Berlin’s Jewish organisations, seem to think it’s necessary to confront the anti-Semitic mob.
Apart from showing their hatred against Israel, the Al-Quds-march’s participants are also using the event as a platform to show their support for the Lebanese Shiite Hezbollah, as well as for the Syrian dictator Assad and the Islamic Republic of Iran. Thus the “axis of resistance”, which is held together by their mutual anti-Semitism and nowadays apparently a legitimate ally in the fight against the no less inhuman “Islamic State”, is represented on the streets of Berlin by their sympathizers and several cover organisations. Meanwhile, the so-called peaceful arm of the Hezbollah is still legal and active in the EU, Assad is still throwing barrel bombs at the Syrian people and the terror regime in Tehran, maintaining best economic relationships with Germany, is still persecuting its opponents, executing Homosexuals and treating women as second-class citizens.
It cannot be tolerated that over a thousand people are meeting in Berlin every year to spread their hate speeches against Israel and publicly show their solidarity with the butchers of Tehran and Damascus.
No to Anti-Semitism, no to Hezbollah, no to the Islamic Republic of Iran!

3.7. [TEAR DOWN] @://about blank

Wer es, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht mitbekommen hat: Am Freitag, den 3. Juli, laden wir unter dem Titel „TEAR DOWN“ zu einer furiosen Soliparty ins About Blank (Markgrafendamm 24c, nahe Ostkreuz). Sämtliche Erlöse gehen an selbstorganisierte Kämpfe von Asylsuchenden.

“Tear Down this wall!”. Diese vier Worte des deutschen Gedächtnis stehen sinnbildlich für die politische Möglichkeit, Bewegungsfreiheit an Stelle von Abschottung zu setzen. Dass ein Vierteljahrhundert später die europäische Außengrenze so sehr Mauer ist wie nie, wissen wir. Dass unser Tanzen kaum die nötige Erschütterung, den Riss in der Festung, bringen wird, auch. Und so lang bleibt uns wohl nur, jene zu unterstützen, die schon unzählige Grenzen überwunden haben, aber immer wieder auf Neue treffen. Euer Eintritt unterstützt die Selbstorganisation von Asylsuchenden in Bayern, das Stemmen von Repressionskosten, sowie den Kampf gegen institutionellen Rassismus und Deportation, für ein allgemeines Bleiberecht. Reißt die Mauern in euren Köpfen ein. Solidarität mit allen Geflüchteten.

Ab 22 Uhr wird im Garten bei Hip-Hop und kühlen Getränken gegrillt, der Eintritt bis Mitternacht ist reduziert. Ab 23:39 erwartet euch dann Musik von:

Kate Miller (Figure Third)
Mørklys LIVE (Ante-Rasa/Apathy)
Nkisi LIVE (Doomcore Records)
Alienata (Killekill)
Martin Gruen (reclaim it all/der Hut/K Sound)
Projekt Gestalten LIVE (Advanced)
Sandix (Tour de Farce)
Rausch & Flausch (Krachtigall)
Demian (A.R.M.)
Mixmaster Mallorca & Optimus Crime (Hip Hop/ Funk)
und Blasfematic (Springstoff, Grrrlz* Rap)

Zum Facebook-Event mit Souncloud-Links der Musik

5. Juni [Tresen gegen Unerträglichkeiten]

Wie jeden ersten Freitag laden wir ab 19:30 Uhr wieder in die Friedelstraße 54 nach Neukölln zum berühmten Tresen gegen Unerträglichkeiten. Die Einnahmen gehen dieses mal erneut direkt an Leute, die mit immensem persönlichen und finanziellem Aufwand darum bemüht sind, von der deutsch-europäischen Asylpolitik Betroffene vor der Abschiebung zu bewahren.

Freut euch auf leckeres Essen:
„Tamil Nadu“ – Indisches Gemüse mit Couscous und Curry-Mandel-Sauce. Verschiedene Kuchen zum Nachtisch.

Außerdem wie immer gutes Bier, Longdrinks und Pfeffi in angenehmer Atmosphäre. Ein wenig guter Wodka von letztem Monat ist auch noch übrig und wird zu Jubelpreisen ausgeschenkt. Kommt vorbei, es wird lange gehen. Wirtschaftsflüchtlinge willkommen!

https://www.facebook.com/events/1588955561392055/

Veranstaltung am 1. Juni

Am 1. Juni findet um 19:30 im Laidak (Boddinstraße 42, 12053 Berlin) eine weitere Veranstaltung statt, die den deutschen Umgang mit der Vergangenheit zum Thema hat.

Sonja Witte wirft in ihrem Vortrag mit dem Titel „Nationales Vergangenheitsrecycling – Die postnazistische Allianz der Generationen im deutschen Kollektiv“ einen Blick zurück auf die Nullerjahre, in denen eine bestimmte Figur im Zentrum kulturindustrieller ‚Vergangenheitsbewältigung‘ stand und zum Kassenschlager wurde: Die Versöhnung der Generationen im deutschen Kollektiv. Der Vortrag nimmt einen Ausgangspunkt des von der Gruppe kittkritik im Jahr 2007 herausgegebenen Sammelbands „Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur“ auf: An Filmen wie Dresden – das Inferno (2006), Napola – Elite für den Führer (2004), Der Untergang (2004) oder Das Wunder von Bern (2003) zeigt sich, dass als ein wesentliches ‚Grundmuster‘ der Erzählungen stets eine Dreigenerationenperspektive fungierte.

Die scheinbar ‚authentischen‘ Darstellungen des Nationalsozialismus und seiner ‚Überwindung‘ im postnazistischen Deutschland spielen mit aktuellen Wünschen nach einer guten deutschen Nation, in der TäterInnen-, Kinder- und EnkelInnengeneration gemeinsam Familienfrieden schließen. Diese kulturindustriellen Produktionen aus den Nullerjahren hatten einen ‚heimlichen Protagonisten‘: Die hier imaginierte dritte TäterInnengeneration war Schlüsselfigur der karthischen „schwarz-rot-geilen“ Versöhnung. Anhand einiger Filmbeispiele wird skizziert, inwiefern sich in dieser Form zwei bekannte Motive der deutschen ‚Vergangenheitsbewältigung‘ präsentierten: Die fortwährende Stilisierung der Deutschen als Opfer und die Integration von Auschwitz in die kulturindustrielle deutsche Erinnerungsarbeit als gesellschaftlichem ,Kitt‘.

Sonja Witte ist Mitherausgeberin des Sammelbandes „Deutschlandwunder – Wunsch und Wahn in der postnazistischen Nation“ [www.kittkritik.net], außerdem aktiv bei den „les madeleines“ [www.lesmadeleines.net], der Veranstaltungsgruppe „Aus Gründen gegen fast Alles“ [https://ausgruendengegenfastalles.wordpress.com/] und der Zeitschrift „Extrablatt – Aus Gründen gegen fast Alles“ [www.extrablatt-online.net].

Eintritt frei.