Archiv für November 2015

27.11. Soliparty: No papers, no fear!

https://www.facebook.com/events/625709724238305/

Die deutsche „Willkommenskultur“, ohnehin schon wieder im Zerfall befindlich, erwartet neben der wohligen Wärme des Gemeinschaftsgefühls und der Pflege des nationalen Images auch Dankbarkeit von ihrem Solidaritätsobjekt. Die umsorgten Asylsuchenden werden dabei zu bloßen Hilfsempfängern und Spielbällen nationaler Gemütswallungen – ob positiver oder negativer Art – degradiert und haben passiv zu bleiben. Letztendlich wird ihnen das Ergebnis ihres Asylverfahrens präsentiert, was sie still zu akzeptieren haben. Währenddessen werden die Menschen, denen die Flucht aus den Vorhöllen der Wohlstandsperipherie, vor Krieg und existenziellem Elend gelang, zur Manövriermasse auf politischer Ebene und zum Angriffsziel all jener, die in ihnen den Vorschein der eigenen Überflüssigkeit ausmachen.

Durch das Raster dieser deutschen Willkommenskultur fallen neben sog. Wirtschaftsflüchtlingen, in deren empörter Ablehnung wohl der zäheste gesellschaftliche Konsens besteht, auch jene Geflüchteten, die aus dem ihnen von Staat und Gesellschaft auferlegten Objektstatus ausbrechen und sich selbstbewusst gegen die Zumutungen des europäischen Migrationsregimes zur Wehr setzen.

Sei es die bloße Vernetzung mit Asylsuchenden in anderen Lagern, die sich in der gleichen unerträglichen Situation befinden; sei es der gemeinschaftlich begangene Ausbruch aus den ihnen zugewiesenen Unterkünften; sei es die kollektive Missachtung der Residenzpflicht; seien es militante Besuche bei den politischen Vertretungen ihrer despotischen Herkunftsstaaten; sei es die Teilnahme an Demonstrationen oder sozialen Kämpfen; sei es die unkontrollierte Organisierung gegen die Repressalien der Behörden: Selbstorganisation von Geflüchteten findet auf vielen Ebenen statt und hat Unterstützung durch solidarische Netzwerke, welche sie als politische Subjekte anerkennen, bitter nötig.

Das soll auch am 27. November im kleinen aber feinen „ausland“ passieren, nicht zuletzt weil sich die politischen Initiativen der Asylsuchenden immensen Repressalien ausgesetzt sehen: Unter anderem sind viele ihrer Aktionen gemäß der geplanten Asylrechtsverschärfung bereits Gründe für eine Abschiebung. Kommt also am Freitag in die Lychener Straße 60 und haut euer „allgemeines Äquivalent“ an Cocktailbar und Tresen für die gute Sache auf den Kopf. In diesem Sinne: No papers, no fear! Für die aktive Solidarität mit den selbstorganisierten Kämpfen gegen das europäische Migrationsregime!

Friedel54 gekündigt!

Gäste der kollektiv verwalteten Räumlichkeiten in der Neuköllner Friedelstraße 54 haben sich sicherlich schon seit längerem gefragt, was eigentlich dieses hässliche Baugerüst am Haus zu suchen hat. Nun, die Wiener Eigentümerfirma “Citec Immo Invest GmbH” möchte das Haus gerne sanieren und legt sich deshalb seit Monaten mit den dort wohnenden Menschen an. Siehe: http://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2015/me-single/article/modernisierung-auf-biegen-und-brechen.html

Am Donnerstag, den 29.10.2015, wurde dem Kiezladen im Erdgeschoss, in dem auch wir Veranstaltungen organisieren, per Gerichtsvollzieher die Kündigung zum 30. April 2016 zugestellt. Am 23.11. um 20 Uhr wird es ein offenes Treffen geben um Handlungsmöglichkeiten zu besprechen. Denn eines ist klar: Umstandslos wird der Laden sicher nicht übergeben. Siehe: http://friedel54.noblogs.org/

Übrigens geht ca. die Hälfte der Einnahmen unseres morgigen Tresens wie immer an die F54, also kommt vorbei: https://www.facebook.com/events/193946477610606/